Ich bin völlig überrascht von der Tiefe der Charaktere in Kuss der Bestie. Der Moment, in dem sie sich an ihn lehnt, wirkt so zerbrechlich und echt. Doch kurz darauf die Explosion und das rote Licht – das hat mich wirklich schockiert. Es ist diese Mischung aus Zärtlichkeit und drohendem Unheil, die die Serie so besonders macht. Man fiebert mit jedem Atemzug mit und hofft auf ein gutes Ende für die beiden.
Die Bildsprache in Kuss der Bestie ist einfach nur beeindruckend. Der Kontrast zwischen dem kühlen Blau der Nacht und dem aggressiven Rot der Gefahr ist genial gestaltet. Wenn die stilisierten Versionen erscheinen, lockert das die Stimmung perfekt auf, bevor es wieder ernst wird. Die Details im Buch der Regeln sehen so realistisch aus, dass man sie fast anfassen möchte. Jede Einstellung ist wie ein gemaltes Kunstwerk.
Was mich an Kuss der Bestie am meisten fesselt, ist das psychologische Spiel. Die Ungewissheit, wer schon verwandelt ist und wer nicht, erzeugt ein paranoides Gefühl beim Zuschauen. Die Regel mit der fünfzigprozentigen Chance ist ein echter Geniestreich im Drehbuch. Man beobachtet jede Geste der Figuren genau und sucht nach Hinweisen. Es ist ein intellektuelles Puzzle, das gleichzeitig unter die Haut geht.
Gerade dachte ich, ich hätte den Durchblick in Kuss der Bestie, dann kommt diese Szene mit dem kleinen Mädchen und alles verändert sich. Die Rückblenden geben dem Ganzen eine emotionale Schwere, die man so nicht erwartet hat. Und dann dieser abrupte Schnitt zur Explosion am Ende – ich saß mit offenem Mund da. Die Serie spielt gekonnt mit unseren Erwartungen und liefert immer wieder neue Überraschungen.
Die Spannung in Kuss der Bestie ist kaum auszuhalten. Wenn das Buch der Regeln geöffnet wird, spürt man sofort die Gefahr. Die versteckten Klauseln über die Verwandlung sind erschreckend logisch aufgebaut. Besonders die Szene, in der die Frau plötzlich in rotes Licht getaucht ist, lässt einen erschaudern. Man fragt sich ständig, wem man noch trauen kann. Die Atmosphäre ist düster und perfekt eingefangen.